Mokume Gane

Japanische Metallverbindungen

Der Name charakterisiert das typische Aussehen der Schmiedeteile. Mokume bedeutet „Holzmaserung“ und Gane bedeutet „Metall“.

Das Ausgangsmaterial für diese Techniken entsteht aus dünnen verschiedenfarbigen Metallplatten, die miteinander verschweißt werden. Für Mokume Gane werden bevorzugt Metalle und Metalllegierungen kombiniert, die anschließend ein möglichst kontrastreiches Muster ergeben. Wichtig ist, dass die verwendeten Metalle ähnliche physikalische Eigenschaften wie Härte und Schmelztemperatur besitzen. Das Verschweißen der Metallplatten erfolgt kurz unterhalb der Schmelztemperatur.

Typische Legierungen in japanischen Schmiedearbeiten sind z. B. Shakudo, Shibuishi und Kuromi-do. Diese Legierungen sind aber für Hautkontakt nicht immer geeignet, weil sie zur Oxidation neigen. Meine Trauringe sind deshalb ausschließlich aus Edelmetallen gefertigt.

Wenn das Ausgangsmaterial hergestellt ist, bekommt es durch vielfältige Weiterverarbeitung mit verschiedensten Schmiede-, Ätz- und Gravierungstechniken sein individuelles Muster. Diese sehr aufwendige  Schmiedetechnik realisiert die Einzigartigkeit eines jeden Mokume Gane Schmuckstückes. Achten Sie unbedingt auf die Echtheit der Mokume Gane Arbeit. Musterungen sind auch auf der Innenseite der Trauringe und somit durchgängig.

Viele Paare sind auf der Suche nach Einzigartigem und Besonderem, wie bei der Partnerwahl. Mokume Gane ist das Einzigartige und Besondere! Eheringe hat man schließlich für immer und da darf es schon was Besonderes sein.

Trauringe aus Mokume Gane sind keine Massenware und kann auch nicht maschinell hergestellt werden. Jedes Paar dieser Eheringe sind Unikate. Kein anderer trägt dieselben Ringe. In der Mokume Gane Technik gibt es immer Neues zu entdecken, Musterungen können unerschöpflich kreiert werden. Einige entscheiden sich auch für unterschiedliche Musterungen in Ihren Mokume Gane Trauringen. Die Vielfalt kennt bei Mokume Gane kaum Grenzen. Mokume Gane lässt die alte Technik neu in Trauringen und Schmuck aufleben. Für die Verarbeitung für Trauringe verwende ich  in meiner Werkstatt hauptsächlich  Edelmetalle.

Der Seiltänzer- oder wie ich zum Mokume Gane Goldschmied wurde

Hier liegt er nun- ein Barren: 44 Millimeter lang, 8 mal 8 Millimeter im Querschnitt- nicht wie sonst ein Stück Blecht- oder Draht- oder gar ein Gussteil. Nein es ist ein Barren- eine  für den Goldschmied  völlig ungewöhnliche Halbzeugform. Er ist auch nicht Gelbgold oder Weißgold, wie sonst. Er besteht aus 13 Schichten grauem Palladium und 12 Schichten sattem 750er Gelbgold; fein säuberlich, abwechselnd übereinandergeschichtet und verschweißt. Und das soll jetzt ein Paar Eheringe werden? Der Herrenring Größe 63 und der Damenring Größe 55 im Verhältnis etwas schmaler wie der Herrenring, damit’s perfekt wird. Aber da sind zunächst eine ganze Reihe Hürden zu nehmen, die einem Seiltanz gleichen.

Die Metalle dieses Barrens sind nicht, wie sonst üblich, in einem  feinen Gitterverband auskristallisiert, geschmeidig genug um locker 50% verformt werden zu können. Würde man es unter dem Mikroskop betrachten,  sähe man ein labiles Gefüge, mit lanzenartigen  Dentriden durchzogen, das mit größer Vorsicht bearbeitet werden will. Und so mache ich mich an die Arbeit. Zunächst einmal vorsichtig vorschmieden und immer wieder ausglühen- nie zu früh und nie zu spät, sonst reißt es oder die einzelnen Schichten lösen sich ab, wie ein Seiltänzer Schritt für Schritt vortastend, mit dem Hammer immer wieder vorsichtig und sorgfältig schmieden, gefühlvoll tordieren, da und dort die einzelnen Metallschichten durchfräsen und wieder planschmieden, damit allmählich die charakteristische, an Holz erinnernde Maserung im Metall entsteht. Deshalb haben es die Japaner vor rund 300 Jahren Mokume Gane getauft – eben Holzmaserung im Metall.

Rund 50 Arbeitschritte – das heißt 50 Glühungen und Schmiedevorgänge später (pro Ring versteht sich) sind sie endlich soweit. Zwischendurch wurden sie auch noch behandelt, wie der alte Krupp früher seine Eisenbahnräder herstellte: In der Mitte gespalten und zu einem fugenlosen Ring gespreizt

Jetzt endlich kommt  mit der Feile und dem Schmirgelpapier der letzten Schliff, polieren und fein mattieren. Bei diesen letzten, klassischen Arbeitschritten kommt die feine Maserung erst richtig zur Geltung – innen glanzpoliert und außen herum sanft, matt schimmernd. Wie ein glückliches Ehepaar – sie gehören zusammen und jeder ist doch ganz eigenständig und unverwechselbar- und durch und durch solide Handarbeit, wie es die Goldschmiede alter Zeit machten.